hr-online.de, 18.09.2010

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Dezentrale Kläranlagen
Hessische Reinigungshilfe für Bulgaren

Auf der weltgrößten Umweltmesse Ifat präsentierten hessische Firmen und Institutionen Konzepte und Techniken zur Abwasser- und Abfallentsorgung. So hilft Hessen bulgarischen Gemeinden beim Bau von Kläranlagen.

Auf der weltgrößten Umweltmesse Ifat präsentierten hessische Firmen und Institutionen Konzepte und Techniken zur Abwasser- und Abfallentsorgung. So hilft Hessen bulgarischen Gemeinden beim Bau von Kläranlagen.
Beim Umweltschutz sind die EU-Mitgliedsstaaten noch nicht alle auf dem gleichen Stand. Vor allem in Osteuropa gibt es Nachholbedarf bei der Abwasserentsorgung. Einige Gemeinden sind noch nicht an ein Klärnetz angeschlossen. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Die Beitrittsländer müssen ihren Umweltsektor innerhalb vertraglich festgesetzter Übergangsfristen an die EU-Standards anpassen. So auch Bulgarien.

Hessische Ingenieure vor Ort

Das Land Hessen engagiert sich zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt für den Ausbau der Abwasserreinigung in ländlichen Gebieten Bulgariens. Die Ingenieurkammer Hessen hilft mit Schulungs- und Trainingsmaßnahmen beim Bau dezentraler Kläranlagen. Mehrere Ingenieurbüros aus Hessen, darunter Janisch & Schulz aus Münzenberg-Gambach, sind beteiligt. Auf der Umweltmesse Ifat in München präsentierte Hessen auf dem hessischen Gemeinschaftsstand das Projekt. Bis 2014 sollen fast 1.000 neue Kläranlagen in dem Balkan-Land errichtet werden, davon über 700 in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern.
Auch andere osteuropäuische Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Nach Bulgarien soll das Vorhaben deshalb auf Rumänien ausgeweitet werden, sagte ein Vertreter auf dem hessischen Gemeinschaftstand der Messe Ifat gegenüber hr-online.

Hessisches Umwelt-Know-How auf der Messe

Neben der Ingenieurkammer Hessen zeigten auf dem Ifat-Stand kleine mittelständische Firmen ihr Know-How im Bereich der Klärschlammentwässerung, Filterreinigung, Müllverbrennung, Rohstoffrecycling und Bioabfallkompostierung. Der Auftritt auf der Messe wurde von der Aktionslinie Hessen-Umwelttech, der zentralen Plattform des hessischen Wirtschaftsministeriums für die Umwelttechnologie-Branche, organisiert. In Hessen gibt es rund 2.400 Umwelttechnik-Firmen.

Passavant Roediger verdient Geld mit Kläranlagen

Dass man mit Abwasserentsorgung auch gutes Geld verdienen kann, zeigen global operierende Firmen wie zum Beispiel Passavant Roediger. Das Unternehmen aus Hanau errichtet Kläranlagen zunehmend in Osteuropa und in der Golfregion. "Wir wachsen vor allem im Mittleren Osten", sagte Geschäftsführer Mark Husmann auf der Ifat.
Nach turbulenten Zeiten in der Vergangenheit ist Passavant Roediger inzwischen mehrheiutlich in ausländischer Hand - wie die meisten großen deutschen Wassertechnik-Firmen. Das Hanauer Unternehmen gehört zu 82 Prozent Drake & Scull aus Dubai. Die restlichen Anteile besitzt noch der Baukonzern Bilfinger Berger.

Redaktion: nobl