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Usinger Anzeiger, 09.01.2010
Den übersichtlichen und bebilderten Artikel lesen Sie hier: http://www.usinger-anzeiger.de/lokales/weilrod/8168513.htm
Stefan Seel lässt biologische Kläranlage für sich arbeiten
09.01.2010 - MAULOFF
Als Alternative zu einem teuren und aufwändigen Kanalanschluss in Mauloff
(sn). Der Landwirt Stefan Seel aus Mauloff lässt jetzt auch Schilf und Mikroorganismen für sich arbeiten. Denn seit November ist seine biologische Kläranlage, die erste in Weilrod, in Betrieb.
Als ihm Ende 2008 von der Gemeinde Weilrod die Auflage gemacht wurde, für seine bisherige Grube eine Dichtigkeits- prüfung, die sich dann alle fünf Jahre wiederholt hätte, vorzulegen, entschloss er sich, sich nach einer Alternative umzusehen. Da er bis vor drei Jahren noch Rinder gehalten hatte, durfte er bisher auch die häuslichen Abwässer in diesem Rahmen entsorgen. Jetzt einen Kanalanschluss herzustellen, erwies sich bei einer Luftlinie von 650 Metern bis zum nächst möglichen Anschluss als zu aufwändig und zu teuer.
Da stieß er bei seinen Recherchen auf die Firma Janisch und Schulz aus Münzenberg-Gambach, die Planung und Ausführung von biologischen Kleinkläranlagen anbietet. Als Referenzen schaute sich Seel die biologische Kläranlage der Sendefunkstelle Usingen sowie die eines Landwirts in Michelbach an, der schon seit 19 Jahren ohne Probleme solch eine Anlage betreibt. Nach Abwägung der Kosten entschloss sich Seel für seinen fünf Personen zählenden Haushalt einen Selbstbausatz für eine Kleinkläranlage zu nehmen.
Der Hochtaunuskreis, Fachbereich Wasser- und Bodenschutz, sowie das Regierungspräsidium in Darmstadt stimmten seinem Vorhaben zu. Planung und Bauaufsicht verblieben bei der Firma Janisch und Schulz, um die ordnungsgemäße Funktion und die Abnahme durch den Hochtaunuskreis zu gewährleisten. Mit Hilfe der Garten- und Landschaftsbaufirma Bommersheim aus Mauloff, die die Baggerarbeiten übernahm, setzte er sein Vorhaben um.
Zunächst kam eine Drei-Kammer-Grube mit insgesamt 6,5 Kubikmetern Fassungsvermögen ins Erdreich. In dieser werden die festen Stoffe aus dem Abwasser zurückgehalten. Der flüssige Rest fließt zunächst in einen Schwappbehälter. Hier werden die Abwässer bis zu einer Menge von 500 Litern aufgestaut. Dann entleert sich dieser Behälter auf einmal, um durch die Menge eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen, in die mit Schilf bepflanzte, biologische Klärgrube. Diese ist in der ehemaligen Güllegrube entstanden. Zunächst mit Schotter aufgefüllt, um die richtige Höhe zu erhalten und dann mit Folie abgedichtet, hat sie ein Volumen von 28 Kubikmetern. Zuunterst kommt eine Lage von grobem Kies, die auch ein Dränagerohr zur Ableitung des sauberen Wassers in den Bach enthält. Darüber liegt eine Schicht mittelfeinen Kieses. Die Hauptreinigungsarbeit wird in der einen Meter dicken Schicht mit feinem Kies erledigt. Auf der großen Oberfläche der fast sandfeinen Steine können sich viele Mikroorganismen ansiedeln, die die unerwünschten Stoffe zersetzen. Diese Schicht wird wiederum von einer Lage der mittelfeinen Körnung abgedeckt, in die auch das Schilf gepflanzt wurde. Dieses hat vor allem die Aufgabe, durch seine Wurzeln die Struktur der Filterschichten zu erhalten.
"Etwa einmal im Jahr im zeitigen Frühjahr muss ich das Schilf mähen", erklärte Seel. Alle halbe Jahre werde eine Probe des Abwassers genommen, um die Wirkung der Anlage zu überprüfen. Die Drei-Kammer-Grube müsse einmal im Jahr geleert werden. Als Landwirt dürfe er das selbst erledigen und das anfallende Material auf seinen Feldern ausbringen. "Das war das einzig Wahre gegenüber dem Kanal", ist sich Seel sicher, der etwa 13500 Euro in diese Anlage investiert hat.
Bild: S: Neugebauer

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