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Gießener Allgemeine, 26.08.2008
Pilotprojekt weckt Interesse
Indischer Bischof besuchte Pflanzenkläranlage Kinzenbach
Heuchelheim (vk) Der indische Bischof Pradeep Kumar Saman Havoy, der in der Propstei Oberhessen zu Gast war, nutzte seinen Besuch, um die Pflanzenkläranlage "Kinzenbacher Mühle" mit Experten anzusehen. Diese könnte gewissermaßen als Pilotanlage dienen und auch in Amritsar in Nord-Indien, für das der Bischof zuständig ist, installiert werden.
Probleme, die sich dabei in Indien auftun. sind das sinkende Grundwasser. Nur Reiche können sich quasi eine Pumpe installieren lassen. Große Erfahrungen. speziell im asiatischen Raum, solche Anlagen zu installieren, hat Dipl.-Ing. Christian Schulz von der Ingenieurgesellschaft mbH Janisch & Schulz aus Gambach. Er gab den Teilnehmern und speziell dem Bischof vor Ort entsprechende Erläuterungen. Mit dabei war auch Helmut Wagner, Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses Amritsar. Von einer solchen Anlage können 3000 bis 4000 Leute profitieren. Dabei hofft man natürlich auf zusätzliche Mittel von der Entwicklungshilfe. Die Anlage ist klimafreundlich und das Wasser kann mehrfach verwendet werden. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit gehört zum Entwicklungshilfeministerium, das Projekte wie "Hilfe zur Selbsthilfe" unterstützt.
Das Reinigungsprinzip ist bei der Natur abgeschaut: Nach einer mechanischen Vorreinigung in einem Absetzbecken fließt das Abwasser in einen Bodenfilter und durchströmt diesen in horizontaler und vertikaler Richtung. Die Oberflächen der einzelnen, sorgsam ausgewählten, Körnungen des Filters dienen den, durch das Abwasser eingetragenen, Mikroorganismen als Siedlungsfläche. Im weiteren Betrieb ernähren sich die sesshaft gewordenen Kleinstlebewesen von den fortan eingetragenen Schmutzstoffen. Ein aufeinander abgestimmtes Sortiment von Wasserpflanzen verhindert durch die Ausbreitung ihres Wurzel- und Rhizomsystems langfristig eine Verstopfung des Bodenkörpers und sorget so für die Langlebigkeit der Anlage. Das nach Verlassen der Anlage mechanisch-biologisch hochwertig gereinigte Abwasser kann problemlos in einen naheliegenden Wasserlauf oder in den Untergrund eingeleitet werden. Eine Wiederverwendung etwa als Beregnungswasser stellt neben der Reinigung sogar einen Nutzen dar. Ein langjähriger, erfolgreicher Betrieb einer Pflanzenkläranlage mit äußerst geringem Betreuungsaufwand hat zudem auch noch niedrige Kosten.
Die Pflanzenkläranlage "Kinzenbacher Mühle" wurde 1995 gebaut. Die Größe beträgt 15 Einwohnergleichwerte. Der Aufbau besteht aus einer Dreikammer-Absetzgrube, einem Pumpenschacht und einem Horizontalfilter (90 Quadratmeter) (Foto: vk)
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siehe dazu weiterführenden Link:
Indian Delegation examines constructed wetland in Kinzenbach, Germany (2006)

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