Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, 25.06.2007
Pressemitteilung 151/07


Mit Schilf: Biologische Kleinkläranlage für Silkerode

Eine neue biologische Kleinkläranlage auf Schilfbasis erhielt heute Silkerode im Landkreis Eichsfeld. Der Bau der Anlage wurde erforderlich, da die Abwasserentsorgung bisher über Kleinkläranlagen erfolgte, die nicht dem Stand der Technik entsprachen und eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung nicht vorhanden war. Durch die unzureichend gereinigten Abwässer wurden die Gewässer Silke und Eller übermäßig belastet.

Mit der neuen biologischen Kläranlage für 500 Einwohnerwerte erhält der Ort nunmehr eine Anlage, die den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Der Bau der Anlage ist Folge der wasserrechtlichen Vorgaben der EU und des Bundes. „Primär geht es uns um den Schutz unserer eigenen Gewässer, an denen wir wohnen, arbeiten und uns erholen möchten“, unterstrich der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar.

Schwerpunkt der Abwasserentsorgung gemäß EG-Kommunalabwasserrichtlinie ist gegenwärtig die Schaffung einer geeigneten Abwasserbehandlung für gemeindliche Gebiete mit weniger als 2.000 Einwohnerwerten, wozu auch Silkerode gehört. Insbesondere sind zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie im Bereich der Abwasserentsorgung erhebliche Investitionen erforderlich, um den geforderten „guten Zustand“ in allen Gewässern zu erreichen.

Die Kläranlage Silkerode und der Anschlusskanal sind Bestandteil des Abwasserbeseitigungskonzeptes des Wasser- und Abwasserzweckverbandes „Eichsfelder Kessel“. Dabei wurde der Nachweis geführt, dass eine dezentrale Kläranlage die wirtschaftlichste Lösung darstellt. Bei einer Gegenüberstellung von technisch möglichen Kläranlagentypen fiel die Wahl auf die Errichtung einer Schilfkläranlage.

Für den Bau der Anlage und den Anschlusskanal wurden 920.000 Euro investiert, die der Freistaat Thüringen mit 604.000 Euro (65,6 %) gefördert hat. Mit den zur Verfügung gestellten Fördermitteln hat der Freistaat Thüringen einen Beitrag geleistet, um die Gebühren und Beiträge in vertretbaren Grenzen zu halten.

Zurzeit sind ca. 50 % der Haushalte von Silkerode an die Kläranlage angeschlossen. Der weitere Ausbau der Ortskanalisation ist gemäß Abwasserbeseitigungskonzept für die Jahre 2008 und 2009 geplant. Hierfür sind Investitionskosten von einer Million Euro erforderlich. „Die Investitionen kommen auch dem Tourismus zu Gute, denn durch die Verbesserung der Gewässergüte der Silke und Eller wird das Umfeld attraktiver“, resümierte Minister Dr. Sklenar.


Katrin Trommer-Huckauf
Pressesprecherin