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Westerwälder Zeitung 18.08.2006
Forstbaumschule nimmt ihr eigenes Klärwerk in Betrieb
Abwässer werden mechanisch-biologisch mit einem Schilffilter aufbereitet
EITELBORN. Die gesamten Abwässer der Eitelborner Forstbaumschule Lürssen werden ab sofort von einer Pflanzenkläranlage gereinigt. Dazu fließen die Abwässer der Bewohner und aller Angestellten zunächst zur mechanischen Vorreinigung in eine ebenfalls neue Dreikammergrube. Dort setzt sich der Schlamm in der ersten und zweiten Kammer ab und wird alle zwei Jahre entsorgt. Das so erhaltene, sogenannte Grauwasser wird dann aus der dritten Kammer durch ein Rohrsystem auf einem mit Schilf bepflanzten Bodenfilter verteilt. Die Oberfläche des aus mehreren Schichten mit unterschiedlicher Körnung bestehenden Bodenfilters dient den im Abwasser enthaltenen Mikroorganismen als Siedlungsfläche.
Diese Kleinstlebewesen ernähren sich von den eingetragenen Schmutzstoffen und reinigen so das Abwasser. Die Pflanzen verhindern mit der Ausbreitung ihrer Wurzeln langfristig eine Verstopfung der Anlage und unterstützen zugleich die Sauerstoffversorgung. Das nun mechanisch-biologisch gereinigte Abwasser versickert anschließend. "Für uns war es wichtig, dass die Abwässer hier in der Baumschule auf ökologische Weise gereinigt werden", sagt Albert Weiß, Betriebsleiter der Forstbaumschule. "Außerdem waren für uns die günstigen Betriebskosten und die einfache Wartung ausschlaggebend. " Der Anlage wird alle zwei Jahre eine Wasserprobe zur Kontrolle entnommen. Die Bauarbeiten werden in den nächsten Tagen fertig gestellt, und die kanalfreie Abwasserreinigungsanlage mit Schilf kann für einige Jahrzehnte ihre Arbeit aufnehmen. (wl)

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