Heidenheimer Zeitung 08.02.2006

[ Der erste Absatz des Artikels befaßt sich mit den von der IG Janisch & Schulz geplanten und gemeinsam mit den Einwohnern errichteten Pflanzenkläranlagen, die seit 2004 in Betrieb sind.
siehe dazu den Pressebeitrag: Erste Anlagen funktionieren einwandfrei ]



Ortswart Johannes Grözinger in der Bürgerversammlung

Gute Werte in Pflanzen-Kläranlagen


Bürgermeister Schaller zur Lage der Gemeinde – Bürgerwunsch: Kindergarten offen lassen

GNANNENWEILER. Die gute Nachricht kam Montagabend ganz zum Schluss in der Bürgerversammlung im Gasthaus Stern. Ortswart Johannes Grözinger teilte erfreut mit, dass die Pflanzenkläranlagen in Neuselhalden und Gnannenweiler allesamt gute Werte hätten. Damit stehe fest, dass sich die dezentrale Abwasserlösung für Neuselhalden und für Gnannenweiler bewähre, fand Johannes Grözinger und Bürgermeister Rainer Schaller fügte hinzu: "Das ist mal wirklich eine gute Nachricht."


Im höchstgelegenen Wirtshaus des Kreises Heidenheim, im „Stern“ zu Gnannenweiler, war Bürgerversammlung. Die Zahl der Einwohner nahm letztes Jahr von 72 auf 64 ab. Foto: kdk
Die Bürger im höchstgelegenen Dorf des Landkreises wünschten sich den Einsatz des Bauhofs, vor allem die Schotterwege entlang der Waldränder gehörten wieder eben gemacht und gewalzt. Grözinger wünschte auch eine bessere Absicherung der Märteleshülbe. Schließlich sollte für einen Tag die Straße nach Steinheim gesperrt werden, damit dort gefährlich überhängende Bäume gefällt werden können.

Überhaupt nicht gefällt den Bürgern, dass der Gemeinderat unlängst mit Mehrheit den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zur Unteren Ziegelhütte durchgedrückt hat und nun das Sträßchen zwischen Neuselhalden und Gnannenweiler vollends kaputt geht. Verschiedene Bürger machten auf die offensichtlichen Gefahren aufmerksam. Ortsbaumeister Hans-Peter Brenner sicherte zu, im Rahmen der Möglichkeiten Schadstellen zu flicken. Notfalls könnte man auf weitere Gelder aus dem Haushaltstitel Straßenunterhaltung zurückgreifen, versuchte Rainer Schaller die Wogen zu glätten.

Überhaupt nicht gefiel einem Vater die vorgesehene Schließung des vor allem von Gnannenweiler Kindern besuchten Kindergarten im Heiderfeld. Bürgermeister Schaller zeigte hier noch einmal die Entscheidungsgründe auf. Wenn Schließung, dann zunächst die eingruppigen Kindergärten: "Ich bedaure unseren Schritt. Mir wäre es auch lieber, die Kinderzahlen wären noch so hoch wie früher!"

In seinem Bericht zur Lage der Albuchgemeinde wurden sämtliche Themenfelder gestreift – von der leicht verbesserten Finanzsituation bis zu der sich abzeichnenden Neubebauung des Platzes, auf dem das Olgaheim stand. Hohe Anerkennung zollte der Schultes den Kirchgemeinden und den Vereinen für ihre Seniorenarbeit und lobte die Aktivitäten des Förderkreises Seniorenarbeit, der über 92 000 Euro für eine Seniorenbegegnungsstätte angespart habe. Beispielhaft sei aber auch die Jugendarbeit der Kirchgemeinden und der sporttreibenden Vereine wie der Musikvereine.

Im Blick auf die Landwirtschaft war Schaller sichtlich unzufrieden über immer neue Fesseln und Vorschriften der Europäischen Gemeinschaft. Das Gemeindeoberhaupt gab zu überlegen, ob nicht die Landwirte Ferien auf dem Bauernhof anbieten könnten. Bis zu 70 Prozent Zuschuss wären aus dem LeaderPlus-Programm drin! Mit der GeoPark-Info-Stelle in Sontheim hätten Touristen eine prima Anlaufstelle. Eine prächtige Werbung für Steinheim sei auch die "Tour de Ländle" des Südwestrundfunks und eine Wanderung mit dem "Schwabenradio" gewesen.

Auf einem guten Wege seien Handel und Gewerbe in Steinheim. Schuck und Sigma Aldrich würden sehr viel exportieren, Kampa und somit ExNorm ebenfalls florieren. Als "genial" und "gigantisch" bewertete Schaller die Aktion "Kunst trifft Handel" am vergangenen Freitag und die Ausstellung von Bildern und Skulpturen von 19 verschiedenen Künstlern. Das sei insgesamt gut fürs Image Steinheims gewesen!

Klaus-Dieter Kirschner


www.pflanzenklaeranlagen.de