Top Agrar extra: Kleinkläranlagen 2004


Wilhelm Götz, Blaufelden:

"Die Pflanzenkläranlage war die günstigste Lösung"



Ein Ferkelerzeuger aus Baden-Württemberg hat eine Pflanzenkläranlage mit Unterstützung des Maschinenringes gebaut. Mit 5000 € hielten sich die Kosten in Grenzen.

Wilhelm Götz hat die Kläranlage nur mit Schilfgräsern bepflanzt.Der Anschluss an die öffentliche Kanalisation hätte uns weit mehr als 50.000 € gekostet, weil unser Einzelhof einen Kilometer vom Kanalnetz entfernt liegt", stellt Wilhelm Götz klar. Für den Ferkelerzeuger aus Blaufelden in Baden-Württemberg, der bereits seit seiner Aussiedlung vor 25 Jahren über eine DreiKammer-Grube verfügt, kam deshalb nur der Bau eines eigenen Nachklärsystems in Frage.
Götz zog zunächst ein Belebungsbecken in Betracht, das in die bestehende Grube eingehängt wird und Sauerstoff in das Abwasser bläst. Er nahm davon aber wieder Abstand, weil er die hohen Energiekosten fürchtete und die Genehmigung nicht gesichert war. Stattdessen baute der Landwirt eine Pflanzenkläranlage mit vertikaler Durchströmung. Wichtige Gründe für seine Entscheidung waren die einfache Betriebstechnik und die vergleichsweise günstigen Herstellungskosten.

Fünf Jahre Gewährleistung durch Planungsbüro

Götz ließ sich vom Planungsbüro Janisch & Schulz beraten, das eng mit der Service GmbH des Bundesverbandes der Maschinenringe zusammenarbeitet. Das Unternehmen übernahm nicht nur die komplette Planung der Anlage und die Antragstellung für das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren beim zuständigen Landratsamt in Schwäbisch Hall. Sie leitete auch den Bau und erledigte Spezialarbeiten, wie das Verschweißen der Folien. Grund: Das Ingenieurbüro gewährleistet für fünf Jahre den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage, das heißt, die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte im geklärten Wasser. Zudem stellte die Firma die Folie, die Verteiler- und Drainagerohre sowie die Schilfpflanzen. Alles in allem zahlte der Landwirt 3000 € an das Ingenieurbüro, wo-bei der Rabatt von 10% für Maschinenring-Mitglieder bereits berücksichtigt ist. Die restlichen Arbeiten, wie das Ausbaggern der Grube oder das Aufbauen der Sand- und Kiesschichten übernahm Götz selbst. Allerdings standen ihm einen Tag lang zwei Maschinenring-Helfer zur Seite. Einen weiteren Preisvorteil konnte der Landwirt beim Bezug von Sand, Kies und Schachtrohren realisieren, weil die örtlichen Maschinenringe Crailsheim und Blaufelden mit Baustoffwerken in der Region Sondertarife für ihre Mitgliedsbetriebe vereinbart haben.

Laufende Kosten sind gering

Für Arbeitslöhne, Maschinen-Leihgebühren und Material gab der Landwirt noch einmal knapp 2000 € aus, so dass er die Gesamtkosten für die Pflanzenkläranlage auf 5000 € begrenzen konnte. Die Anlage hat eine Oberfläche von 40 m² und reicht für acht Einwohner aus. Auch die laufenden Kosten werden sich für den Landwirt in Grenzen halten, weil er sich die Abwassergebühren komplett sparen kann. Er muss lediglich ein- bis zweimal im Jahr die Qualität des Abwassers untersuchen lassen. Eine Analyse kostet ihm 150 €. Dazu kommen noch die Energiekosten für die Tauchpumpe, die den Überlauf von der Dreikammer-Grube zur Pflanzenkläranlage fördert. Die Wartung umfasst vor allem die Reinigung der Verteilerrohre und das Entfernen der Schilfbestände. Beide Arbeiten muss Götz etwa alle zwei Jahre durchführen.

K. Dorsch



Landwirt Götz erstellte die Anlage weitgehend in Eigenleistung. Zwei Maschinenring-Helfer stehen ihm zur Seite.




























Planer Jörg Janisch, Gerhard Rück vom MR Crailsheim, Wilhelm Götz und Lothar Mühlenstedt vom MR Blaufelden (v.l.) prüfen die Qualität des geklärten Wassers.































www.pflanzenklaeranlagen.de