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Hünfelder Zeitung, 25.2.2002
Pilotprojekt in Haunetal
Pflanzenkläranlage in Odensachsen kann bald ihren Betrieb aufnehmen
Haunetal-Odensachsen (gw) Die Kläranlage in Odensachsen harrt auf ihre lnbetriebnahme. Nachdem bereits der Probelauf zur vollsten Zufriedenheit absolviert wurde, fehlen nur noch ein paar Meter, um den Hauptsammler an die Pflanzenkläranlage anzuschließen. Das soll bald vollendet sein, wie Bürgermeister Hein- Peter Möller bei einem Ortstermin mit der Hünfelder Zeitung versicherte.
Gemeinsam mit Jörg Janisch von Janisch & Schulz, Ingenieursgesellschaft für Wasser und Umwelt aus Gambach, besichtigte Möller den Kläranlagenneubau, der aufgrund seiner Größe und wegen der Tatsache, dass Mischwasser (Oberflächenwasser und Haushaltsabwässer) eingeleitet wird, als Pilotprojekt gilt.
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Bürgermeister Hein - Peter Möller und Planer Jörg Janisch überprüfen, ob die Pflanzenkläranlage in Odensachsen den Planungen entspricht. Foto: Karl-Heinz Burkhardt
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Größte Anlage Nordhessens
Es ist die größte Pflanzenkläranlage, die in Nordhessen bisher errichtet wurde, und sie ist mit 320 Einwohnergleichwerten für 600 Einwohner ausgelegt, so Janisch. Gewöhnlich, so der Planer, würden Pflanzenkläranlagen bei Weilern oder einzelnen Gehöften eingesetzt. Die Odensachsener Anlage kann insgesamt zu den bisher größten gezählt werden, die gebaut wurden.
Noch sieht die Anlage unvollendet aus, was daran liegt, dass die Pflanzenbeete noch nicht mit dem als Filterkörper verwendeten Sand komplett abgedeckt und der gepflanzte Schilf noch nicht hoch gewachsen ist. Aber es lässt sich jetzt sehr gut das System erkennen, wie Janisch erläutert.
Das Schmutzwasser kommt mit einer Fließgeschwindigkeit von fünf Metern pro Sekunde über die Sammlerleitung aus den Ortsteilen Odensachsen, Meisenbach und Müsenbach. Der ursprünglich für Müsenbach geplante Bau einer weiteren, entsprechend kleineren Pflanzenkläranlage wurde aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben, wie Bürgermeister Möller anmerkt. Die erste Station des Schmutzwassers ist ein Regenüberlaufbecken, von dem aus es zu einem Spiralsieb weitergeleitet wird. Dort werden Grobstoffe wie Papier oder Laub, die im Abwasser oder im durch die Kanalschächte eingeleiteten Oberflächenwasser treiben, herausgefiltert.
Anschließend strömt das Abwasser weiter ins Klärschlammbecken, wo sich die organischen Schwebstoffe absetzen. Das jetzt schwebstofffreie Abwasser läuft in einen Pumpenschacht, von. dem aus es schwimmergesteuert über eine Berieselungsanlage über den Pflanzenbeeten ausgebracht wird. Der Pumpenvorgang findet etwa sechs bis sieben Mal am Tag statt.
Für den Kläranlagenwärter ist außerdem ein Betriebsgebäude errichtet worden. Planer Janisch hebt hervor, dass die Pflanzenkläranlage nicht nur kostengünstig errichtet werden konnte, sondern auch mit geringem finanziellem Aufwand betrieben werden kann. Die günstigen Baukosten wurden bei einer Funktionalausschreibung ermittelt, ergänzt Bürgermeister Möller. Sie fielen gleich hoch aus wie für den Bau einer Kompaktkläranlage. Insofern hatten die Entscheidungsträger die Qual der Wahl. Doch die Pflanzenkläranlage hatte einen schlagenden Vorteil: Die prognostizierten geringen Betriebskosten und die Garantie, dass die Pflanzenkläranlage mindestens 30 Jahre störungsfrei betrieben werden kann, haben schließlich den Ausschlag dafür gegeben, dass die Gemeindevertreter für den Bau der Pflanzenkläranlage gestimmt haben.
Land fördert 63 Prozent
Der Bau der Pflanzenkläranlage ist mit 401 875 Euro veranschlagt. Davon fördert das Land Hessen 63 Prozent, die 257 691 Euro betragen. Bürgermeister Möller rechnet fest damit, dass in wenigen Wochen die Pflanzenkläranlage ihren Betrieb aufnehmen kann und dann die Abwässer und das Oberflächenwasser von Odensachsen und Meisenbach geklärt werden können.
Die Einweihung ist im Mai geplant, wenn das Kläranlagengelände eingegrünt ist und auch der Schilfbewuchs erkennbar wird.

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