Die Rheinpfalz, 23.Mai 2002

Schilf sorgt für reines Wasser

Seit Herbst letzten Jahres Pflanzenkläranlage auf dem Riedersbornhof


Der in der Nähe der Niederauerbacher Bundeswehrkaserne gelegene Riedersbornhof verfügt seit Herbst letzten Jahres über eine Pflanzenkläranlage. Rund 10000 Euro hat der in Berlin ansässige Besitzer des Hofes in den Bau investiert. Regelmäßig überwacht wird die Reinigungsleistung der Anlage von den Zweibrücker Entsorgungsbetrieben (EBZ).

Als vor über vier Jahren die Planung zur Verbesserung der Abwasserentsorgung des Hofes begann, standen die EBZ vor dem gleichen Problem wie es auch bei einigen anderen Aussiedlerhöfen der Fall ist. Der Riedersbornhof liegt rund 1000 Meter vom Endschacht der öffentlichen Kanalisation entfernt. Den Hof dort anzuschließen, hätte enorm viel gekostet. Die nun gebaute Pflanzenkläranlage ist kostengünstiger. Dasselbe gilt für, den Betrieb der Anlage. Das gereinigte Schmutzwasser fließt ebenso wie das Oberflächenwasser in den 200 Meter entfernten Felsbach.




Das Pflanzenklärbecken am Riedersbornhof hat sich laut Nicole Hartfelder, Peter Pürckhauer und Günter Kammann von den EBZ (im Hintergrund am Beckenrand) bewährt.
FOTO: STEINMETZ





"Zunächst werden die Feststoffe des Abwassers in einem zwei Meter tiefen Schacht zurückgehalten, der einmal jährlich entleert wird", erklärt Peter Pürckhauer von den Zweibrücker Entsorgern. Nach dieser mechanischen Reinigung des Schmutzwassers folgt die biologische. Rund 30 Quadratmeter Fläche weist die Pflanzenkläranlage auf. Das 60 Zentimeter tiefe Beet ist mit einer Spezialfolie gegen den Untergrund und das seitliche Erdreich abgedichtet. Im Einlauf verteilen Rohre das Abwasser waagrecht über die gesamte Beetbreite, erläutert Pürckhauer weiter. Die Kläranlage arbeite nach dem Prinzip des bewachsenen Bodenfilters. Dies bedeute, dass das Schmutzwasser zunächst vertikal eine Kiesschicht durchströmt. Anschließend gelangt es in den Sandfilter, der oben bewachsen und nach unten in verschieden starker Körnung vorhanden ist, macht EBZ-Werksdirektor Günter Kammann deutlich.

Der Bewuchs des Beets besteht ausschließlich aus Schilf Und das hat seinen Grund. Schilf hat die Eigenschaft, dass es den Boden extrem durchwurzelt. Dadurch wird dieser immer ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das Schilf zieht seine Nahrung aus dem Wasser, was den Abbau der Schadstoffe beschleunigt', so Kammann. Die Schilf-Bepflanzung solle jeweils im Herbst jedes Jahres abgemäht werden. Ebenfalls wichtig zum Schadstoffabbau sei eine ständige Bakterienbelegung, die laut Peter Pürckhauer hier stimme. Wasserproben um die Reinigungsleistung der Pflanzenkläranlage zu überprüfen, ziehen die Entsorgungsbetriebe momentan einmal im Monat. Die erste Probe, die im Februar gezogen wurde, hatte ein positives Ergebnis. Wenn sich dies so fortsetzt, werden die Abstände zwischen den Wasserproben natürlich länger", erklärt Pürckhauer. Dies sei bereits beim unterhalb des Flugplatzes gelegenen Mühltalerhofs der Fall: Die dortige Pflanzenkläranlage besteht schon sechs Jahre. Deshalb sind die Abstände zwischen unsere Kontrollen mittlerweile entsprechend lang. Wie Nicole Hartfelder, Ingenieurin bei den EBZ, erklärt, wurde die Pflanzenkläranlage auf der Riedersbomhof für sechs Einwohner ausgelegt: So viele Personen bewohnten den Hof, als 1998 die Verbesserung der Abwasserentsorgung planerisch in Angriff genommen wurde. Alles an Schadstoffen kann aber auch eine Pflanzenkläranlage nicht aus dein Abwasser filtern. "Voraussetzung ist natürlich, dass das Schmutzwasser keine Gifte enthält. Deshalb dürfen die Bewohner des Hofs im Haushalt keine scharfen oder ätzenden Reinigungsmittel verwenden”, so Hartfelder. (bun)



www.pflanzenklaeranlagen.de