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RHEIN-HUNSRÜCK-ZEITUNG 1./2. Dezember 2001
Pflanzen sorgen in Dorweiler für reines Wasser
Probelauf bestanden: In der Hunsrückgemeinde werden jetzt naturnah die Abwässer gereinigt und fließen in den Naturkreislauf zurück - 900 Quadratmeter große Schilfbeete. Ein geometrisches Netz aus blauen Kunststoffrohren und zwei Kiesflächen sind zurzeit altes, was von der neuen Pflanzenkläranlage in Dorweiler zu sehen ist. Den Probelauf hat sie bestanden, naturnah werden jetzt die Abwässer gereinigt und fließen in den Wasserkreislauf zurück.
Sauberes Wasser gehört zu den elementaren Bestandteil menschlichen Lebens. Riesige Summen wurden in den vergangenen Jahrzehnten investiert, um die Abwässer zu reinigen und eine Verbesserung der Umweltsituation zu erreichen. Übrig geblieben sind dabei einige Gemeinden, die wegen ihrer Lage oder den topographischen Bedingungen nicht an einen Abwasserverbund angeschlossen werden konnten. Gerade für etwas abseits gelegene, kleine Gemeinden, sind die Investitionen für konventionelle Einzelanlagen, trotz hoher öffentlicher Zuschüsse nicht zu schultern, die Gebühren für die Bürger wären explodiert.
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Noch beherrschen das Kiesbett und die Kunsttoffleitungen das Bild der Pflanzenkläranlage in Dorweiler. Im kommenden Frühjahr, wenn die Schilfpflanzen sprießen, werden die beiden Flächen innerhalb weniger Wochen grün und meterhoch überwuchert sein. Foto: Werner Dupuis
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Für diese Entsorgungslücke ist eine Pflanzenkläranlage wie maßgeschneidert. Das Abwasser wird mechanisch vorgereinigt, in Dorweiler kann dazu die veraltete mechanische Kläranlage weiter genutzt werden. Bedingt durch das abfallende Gelände wird dann das Abwasser in Intervallen auf die beiden, je 900 Quadratmeter großen Beete, gefördert. Verteilt in einem Rohrsystem sickert das schwebstoffarme Wasser in den Bodenkörper.
Die Oberfläche des aus unterschiedlichen Kieskörnungen zusammengesetzten Bodenfilters dient den durch das Abwasser eingetragenen Mikroorganismen als Siedlungsfläche. In der Anlage beheimatete Kleinstlebewesen ernähren sich von den eingetragenen Schmutzstoffen, sie fressen den Zivilisationsdreck regelrecht auf. Die Pflanzen - in Dorweiler ist es Schilf - verhindern durch ihr Wurzel- und Rhizomsystem langfristig eine Zerstörung des Kiesbettes. Zudem unterstützen sie die Sauerstoffversorgung des Bodenkörpers, die allerdings in erster Linie durch konstruktive Eigenschaften gesichert ist. Winterliche Minustemperaturen führen zur keiner Beeinträchtigung.
In Dorweiler fließt das mechanisch - biologisch gereinigte Abwasser in einen kleinen Bachlauf, der später in den Baybach mündet. Auch das Versickern in den Untergrund wäre theoretisch möglich. 300 000 Mark kostet die gesamte Anlage, die für 350 Einwohner / Gleichwerte ausgelegt ist.
Ein konventionelles Klärwerk wäre bedeutend teurer gewesen, genauso wie das auch einmal geplante, kilometerweite Pumpen der Abwässer in das noch zu bauende Klärwerk von Dommershausen. Die Wartung ist auf ein Minimum reduziert, im Winter sollte der Schilf einmal gemäht werden. Die Bauarbeiten führten die Abwasserwerke in Verbindung mit dem Bauhof der Verbandsgemeinde Kastellaun aus.

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