Butzbacher Zeitung, 15. August 2001,
Stadt und Land

In Gambach entsteht ein Mosaik verschiedener Lebensräume
Heimat für Graureiher /Ausgleichsmaßnahme für Gewerbegebiet Brückfeld vorgestellt

GAMBACH (fö)
"Das ist ein Mosaik verschiedener Lebensräume", schwärmte Landschaftsplaner Jörg Janisch, als er gestern gemeinsam mit Münzenbergs Bürgermeister Klaus Bolz, der zu einer Ortsbegehung eingeladen hatte, die Ausgleichsmaßnahme für das Gewerbegebiet Brückfeld vorstellte. Vor einem Jahr hatte man im Auenbereich der Wetter zwischen Gambach und Ober-Hörgern auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche mit der Maßnahme begonnen. Einen Teil der Fläche nahm man aus der landwirtschaftlichen Nutzung heraus. Man legte Flutmulden - periodisch trockenfallende Gewässer - und Altwässer - Gewässer, die ganzjährig Wasser führen - an. Die etwa dreiwöchige Umgestaltung hat etwa 50000 Mark gekostet.




GAMBACH. Im Auftrag der Stadt Münzenberg wurde als Ausgleichsmaßnahme für das Gambacher Gewerbegebiet "Brückfeld" im Auenbereich der Wetter ein Biotop angelegt. Im Rahmen einer Ortsbegehung stellten Landschaftsplaner Jörg Janisch und Bürgermeister Klaus Bolz das Projekt vor (vgl. Bericht).




Auf Neubepflanzungen habe man, so Janisch, bewusst verzichtet. Vielmehr habe man die Natur sich selbst überlassen, so dass sich bereits jetzt nach einem Jahr eine schöne Spontanvegetation eingestellt habe.

Diese Gewässertypen, wie man sie jetzt hier vorfinde, seien typisch für die Auenlandschaft, so Janisch. Es habe sich hier bereits ein interessantes Biotop entwickelt. Trockenfallende und ständig Wasser führende Gewässer, Röhrichtzonen und Gehölzgruppen bildeten einen Lebensraum für die unterschiedlichsten Tierarten.

Am frühen Morgen könne man zum Beispiel ganze Gruppen von Graureihern beobachten. Aber auch Flussregenpfeifer, Amphibien, wie der Teichmolch, Grasfrösche und Erdkröten sowie zahlreiche Libellenarten hätten hier eine Heimat gefunden. Die Entwicklung zeige, dass dies einmal ein wertvoller Bestandteil der Auenlandschaft sein werde.

Bürgermeister Bolz hob hervor, man sei bei Bauleitmaßnahmen immer gefordert, eine Ausgleichsmaßnahme durchzuführen.

In der Regel gebe es Heckenpflanzungen oder es würden Streuobstwiesen angelegt, insofern sei dieses Biotop schon etwas Besonderes. Natürlich könne man sich als Laie, wenn man das erste Mal hierher komme, fragen, was das ganze eigentlich solle, so Bolz, weil man auf den ersten Blick nicht viel sehe. Wenn man aber genau hinschaue, sich erkundige und dann erfahre, was sich hier alles entwickele und was hier lebe, dann sei dies schon sehr beeindruckend. Es wäre schön, wenn Grundschulklassen die Gelegenheit wahrnähmen und hierher kämen, so Bolz. Janisch hob hervor, für Schulklassen sei der Platz ideal, weil man hier nichts zerstören könne und man nicht aufpassen müsse, wo man hintrete.



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