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KlärWerk Mai/Juni 2001, Nr. 49 Eine Pflanzen-Kläranlage bewährt sich Pflanzen-Kläranlagen bauen Schad- und Nährstoffe in Abwässern so gut ab, dass das geklärte Wasser ohne weitere Behandlung in Bäche eingeleitet werden darf. Und das geschieht ohne Energieaufwand und mit vergleichsweise geringen Investitionen. Wann und wo bewähren sich diese Anlagen? Einzelne Gehöfte, Wohnhäuser weit ab von einer öffentlichen Kanalisation haben vor Jahrzehnten die Abwässer in den nächsten Bach, auf die Wiese, in den Wald geleitet. Das ist grundsätzlich nicht mehr erlaubt. Abhilfe schaffen durch Anschluss an den nächsten Abwasserkanal kann in diesen Sonderfällen sehr teuer werden: Lange Rohrleitungen frostsicher im Boden verlegen, eventuelles Pumpen auf die Höhe des Sammlers und andere Schwierigkeiten steigern die Investitions- und Unterhaltskosten ganz unverhältnismäßig. Dann ist die naturnahe Kläranlage mit einem Pflanzenbett die geeignete Lösung für eine kostengünstige und genehmigungsfähige Abwasserbehandlung. Die Vorteile liegen auf der Hand:
Das Abwasser wird in einer Dreikammer- Absetzgrube mechanisch vorgereinigt. Aus der dritten Kammer gelangt das Schwebstofffreie Abwasser über ein Verteilerrohr in das oder die Schilfbeete der Pflanzenkläranlage. Das Schilfbeet ist eine flache, mit Folie ausgelegte Grube, die im Bereich der Einleitung über das Verteilerrohr und am Ende der Strömungsrichtung im Bereich des Sammelrohres mit grobkörnigem Kies, im eigentlichen Pflanzbereich mit feiner Körnung bis Sand aufgefüllt ist. In diesem Sand wurzelt das Schilf. Die Wurzeln dienen vor allem dazu, zur biochemischen Reinigung des Wassers möglichst viel Sauerstoff in die -Bodenschichten zu leiten. Im Laufe der Vegetationsperiode wächst das Schilf dank der günstigen Bedingungen drei Meter hoch und darüber. KlärWerk hat eine Pflanzen-Kläranlage in Frankfurt/Nieder-Eschbach besichtigt. Die Pflanzenkläranlage des Landwirtes Hans Becker ist ausgelegt für acht Einwohner. Das Pflanzenbeet auf eigenem Grund hat eine Fläche von 60 Quadratmetern. Das Gefälle des Geländes ermöglicht die Zuleitung, die Durchströmung des Abwassers und Einleitung des Reinwassers in den Fischbach Energiefrei ohne Pumpe. Zur Wartung der Anlage gehört die Leerung der Absetzgrube bei Bedarf und das Abräumen des Schilfs im Winter. Die Anlage wurde von der Ingenieurgemeinschaft Janisch & Schulz in Gambach/Wetterau berechnet und geplant, die Erdarbeiten wurden vom Eigentümer kostengünstig ausgeführt. Christian Schulz hat Aufbau und Wirkungsweise der Anlage vor Ort erklärt und die Fragen beantwortet. KlärWerk dankt für diesen interessanten Termin. Text, Foto: C. Scherrer |
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